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Religion

Wir können natürlich auf dieser Seite keine ausführliche Abhandlung über die verschiedenen Religionen die es in Mugla gibt ausführen, denn das würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Wir wollen sie deshalb nur kurz informieren über das was uns bekannt ist.

Die Hauptreligion dürfte natürlich, wie in der gesamten Türkei, zu 99% aus Muslimen bestehen. Diese wiederum unterteilen sich in Sunniten (ca.80%) und Alleviten (ca.19%). Darin vielleicht ein geringer Prozentsatz an Schiiten. Die restlichen 1% teilen sich Juden, orthodoxe, katholische, protestantische und assyrische Christen und Angehörige anderer Religionen.

Die Mehrheit der orthodoxen Sunniten gehört der Rechtsschule der hanefi an, eine gemäßigte Richtung. Bei der radikaleren Richtung, die der Rechtschule der schafiî angehören, kann es ihnen passieren, dass man ihnen die Hand zur Begrüßung nicht reicht, denn strenge rituelle Reinigunsvorstellungen zwingen sie jeden Kontakt mit Ungläubigen zu vermeiden. Der Sunnismus ist eine Gesetzesreligion, worin sehr streng auf Einhaltung islamischer Regeln und Gesetze geachtet wird.

So sind auch die 5 Säulen des Islams für jeden gläubigen Sunniten Pflicht:
1. Das tägliche Glaubensbekenntnis an den einen Gott (Allah): "Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet".
2. Die fünf täglich abzuhaltenden Gebete (namaz).
3. Die Armensteuer (zekâ). Sie ist für Wohlhabende eine Art religiöse Pflichtsteuer und wurde von Theologen auf 2,5% der jährlichen Nettoeinnahmen festgelegt.
4. Das Fasten (oruç) im Fastenmonat Ramadan.
5. Die Wallfahrt nach Mekka (hac).

Die Alleviten sind eine Absplitterung von den Schiiten, dessen Kernland der Iran ist (der Iran gilt als traditionelle Feind der osmanischen Türkei). Die Alleviten halten sich nicht an die Vorschriften des Sunnismus, d.h. sie fasten nicht im Fastenmonaten, gehen nicht die Moschee, verrichten nicht das 5 malige tägliche Gebet und auch die Wallfahrt nach Mekka ist bei ihnen keine Pflicht. Deshalb werden sie natürlich von sunnitischer Seite oft nicht als Moslems bezeichnet. In der Vergangenheit hat man sie deshalb wohl auch häufig verfolgt.

Zu erwähnen währe da noch der Volksislam, der alle Schichten der Gesellschaft durchdringt. Viele Praktiken im Volksglauben sind wohl von den damals hier lebenden Griechen, Juden usw. in die islamische Volksfrömmigkeit eingeflossen. Der Glaube allein an Gott oder Allah scheint nicht zu genügen, weshalb man sich, z.B. zusätzlich mit sogenannten "Blauen Augen" (nazar) gegen den bösen Blick versucht zu schützen. Viele solcher und ähnliche Praktiken finden man überall und allerorts. So streicht mancher sich auch z.B. den ersten verdienten Geldschein über die Wangen läßt ihn dann zu Boden fallen, hebt ihn wieder auf und streicht sich damit nochmals über die Wangen, so soll das erste verdiente Geld am Tag Glück und gute Geschäfte bringen.

Die wenigen Christen in der Provinz Mugla stammen überwiegend aus christlichen Ländern und sind eingewanderte Ausländer. Auch wenn sie wohl eher nicht ihren Glauben praktizieren, so werden sie doch als solche gezählt. Jedoch gibt es auch unter Einheimischen einige die sich als Christen bezeichnen. Manche davon sind assyrischer oder armenischer Abstammung, andere aber stammen auch aus muslimischem Hintergrund, die sich dem Christentum zugewendet haben. Diese letztgenannten versammeln sich meist regelmäßig in sogenannten Hauskirchen, oder kleinen gemieteten Räumen. Griechische Christen, die ja früher in diesem Landstrich sehr verbreitet waren, sind uns nicht bekannt.

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