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Die antike Stadt Stratonikeia befindet sich im Bezirk Yatagan und liegt von Mugla etwa 35 km entfernt, im Dorf Eskihisar. Die Stadt wurde im 3. Jahrh. v.Chr. gegründet. Der syrische König Seleukos I. übergab die Stadt und auch seine Frau Stratonike seinem Sohn Antiochus. Dieser benannte die Siedlung nach seiner Stiefmutter und späteren Frau. Reiseschriftstellern der Antike zufolge, wurde die Stadt der Herrschaft Rhodos unterstellt. Den genauen Zeitpunkt geben sie jedoch nicht an. Sie soll großzügig und sehr reich ausgestattet gewesen sein.
Die Akropolis der Stadt (Befestigungsanlage) befindet sich auf dem im Süden gelegenen Hügel. Rings um diesen Hügel befand sich ein Ring von Schlössern. Im Norden, auf einer am Hang gelegenen Terrasse (jetzt direkt an der Strasse gelegen), springen die Überreste eines kleinen Tempels ins Auge, der, dortigen Inschriften zufolge, der Anbetung des Kaisers diente. Darunter liegt ein großes Theater. Die Rundung wird von 9 Treppenaufgängen unterteilt und hat nur ein Diazoma. Die Reste der Bühnenbauten konnten zum großen Teil durch Ausgrabungen erhalten werden.
Die Stadt lag unter dem, in der Neuzeit verlassenen, Dorf Eskihisar. Die alten mächtigen Stadtmauern sehen heute nur noch nach unbedeutenden Resten aus. In der Südostecke der Siedlung sehen wir aber die Ruinen einer mächtigen Festung. Das Bollwerk war zum größten Teil aus mit Kalk vermischten Zement und Steinen erbaut. Die einzelnen Schichten sind sehr sorgfältig aufeinander gelegt, doch wurden bei Ausbesserungsarbeiten auch die Steine anderer Bauten oder Säulenbasen verarbeitet.
Das Haupttor auf der Nordseite war aus großen Quadern erbaut, die mit flachen, kleinen Steinmauern verbunden waren. Die Ansätze eines Gewölbes über dem Tor sind noch zu erkennen. Das Tor hatte einen Doppeleingang. Zwischen den Teilen befand sich ein Nymphaion (Brunnenanlage). Dahinter befindet sich ein Feld auf dem mehrere Säulen standen und auf dem die Straßenanlagen noch gut zu erkennen sind.
In der Mitte der Stadt springt sofort das Bouleuterion (Ratsgebäude) ins Auge, das hier, wie auch im antiken Griechenland zur Versammlung des Stadtrates diente. Es sieht aus wie ein verkleinertes Theater. Die westlich des Gebäudes stehende Tür war der Eingang. Es wurde lange angenommen, dass sie zum Serapis Tempel gehörte. Inschriften belegen aber die Unrichtigkeit dieser Annahme.
Auf der nach Süden stehenden Wand des Bouleuterion finden wir eine Preisliste des Diokletianus und dazugehörende Ausführungen in lateinischer Schrift. Der untere Teil des Gebäudes besteht aus Sitzreihen. Wenn wir davon ausgehen, dass sich die Agora (Marktplatz) westlich des Bouleuteriums befand, können wir annehmen, dass sich die Preisliste und die, bei Ausgrabungen, gefundenen Säulenreste, auf einer Gasse in unmittelbarer Umgebung der Agora und des Bouleuterions befunden hat. Im Westen der Stadt befand sich das, in der römischen und griechischen Antike zur Leibes und Geisteserziehung verwandte, Gymnasium. Die Palaistra des Gymnasiums wird durch eine Exedra geteilt, und bildet so rechts und links je zwei Räume.
An den Rändern, der beim Stadttor beginnenden Heiligen Strasse, befinden sich Kammergräber. Die heilige Strasse führt vom Tor an der Nekropole vorbei zum Heiligtum der Hekate in Lagina. Die erwähnte Nekropole ist bedauerlicherweise beim Braunkohleabbau verloren gegangen. Die Ausgrabungen in Stratonikeia werden unter der Leitung von Prof.Dr.Yusuf BOYSAL weitergeführt.
Die, auf den Bildern zu sehende, zerfallene Moschee, wurde auf den Grundmauern einer alten Kirche erbaut. Unter dem Moscheebau findet man noch die alte Katakombe der einstigen Kirche.
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